Ex-Löwe Stoppelkamp: Sein Rekord-Tor im Video

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Ex-Löwe Stoppelkamp: Sein Rekord-Tor im Video

Beitragvon Leo » Montag, 22. September 2014, 12:02:55

Paderborn - Der SC Paderborn bringt frischen Wind in die Bundesliga.
Der Neuling feierte gegen Hannover den ersten Heimsieg der Clubgeschichte und hat in dem Ex-Löwen Moritz Stoppelkamp nun einen Bundesliga-Rekordschützen.

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Sie hüpften ausgelassen, wedelten wie wild mit den Armen und sangen mit den Fans „Humba täterä“: Nach ihrem nächsten Coup ließen die Bundesliga-Novizen vom SC Paderborn ihrer Freude freien Lauf. Und zu feiern gab es nach dem 2:0 (0:0) gegen Hannover 96 mit einem Sensationstor von Moritz Stoppelkamp reichlich. „Es ist für uns wirklich ein Traum, vier Spiele in Folge nicht verloren und den ersten Bundesliga-Heimsieg der Vereinsgeschichte eingefahren zu haben. Ja, wir haben eine breite Brust“, sagte André Breitenreiter, der Trainer dieses so erstaunlichen Neulings.

Breitenreiter hatte allen Grund zur Euphorie. Da war vor allem der Schlusspunkt einer tollen Partie. Beim Stande von 1:0 durch das dritte Saisontor von Elias Kachunga (71.) drosch Stoppelkamp den Ball von der eigenen Strafraumgrenze in Richtung Hannoveraner Gehäuse, das von Weltmeister Ron-Robert Zieler zur letzten 96-Attacke verlassen worden war. Und die Kugel rollte tatsächlich zum 2:0 (90.+3) über die Linie - aus 82,3 Metern! Bundesliga-Rekord! „Ich wusste gar nicht, dass ich so weit schießen kann“, flachste der entgeisterte Stoppelkamp, der die mit 15 000 Zuschauern erstmals ausverkaufte kleinste Bundesliga-Arena in ein Tollhaus verwandelte.

Das nach dem 4. Spieltag noch ungeschlagene Paderborn blieb zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor und steht punktgleich mit Doublesieger FC Bayern in der Tabelle glänzend da. Und wie es die Dramaturgie will, reisen die Fußball-Helden nun zum „Spitzenspiel“ nach München, wie Stoppelkamp treffend bemerkte.

Der 27-Jährige, einst in Hannover unter Vertrag und seit Saisonbeginn in Ostwestfalen, war am Samstag das Gesicht einer erstaunlichen Fußball-Geschichte. Seit Jahren spielte der mit kräftiger Unterstützung des Möbel-Unternehmers Wilfried Finke aufgebaute Club im Vorderfeld der 2. Liga. 2013 wurde Breitenreiter verpflichtet, am 11. Mai dieses Jahres feierte ganz Paderborn nach einem 2:1 gegen den VfR Aalen den erstmaligen Einzug in die Bundesliga.

Im Zuge dieser sportlichen Entwicklung entstand die schmucke Benteler-Arena vis a vis des Stammsitzes der Finke'schen Möbelhauskette, ein Trainingszentrum soll nun folgen. Derzeit müsse man bei bei „Schnee und Eis nach Ausweichmöglichkeiten suchen“, berichtete Breitenreiter bei seinem Besuch im ZDF-Sportstudio am Samstagabend.

Der 40-Jährige ist für die Ostwestfalen bislang ein Glücksgriff. „Wir haben eine geile Truppe, ein geiles Trainerteam und ein geiles Umfeld“, bestätigte Stoppelkamp, der die Tugenden des Teams wie folgt beschrieb: „Wir rackern, kämpfen, spucken, beißen, kratzen, jeder ist für den anderen da. Wir haben in den ersten vier Spielen bewiesen, dass wir bundesligatauglich sind.“

Das will man nun auch in München zeigen. „Wir fahren nach München, um das Spiel zu genießen“, sagte Breitenreiter und versuchte, ein wenig Dampf aus dem Hype zu nehmen: „Ich bin keiner, der nach so einer Serie größenwahnsinnig wird. Das ist eine Momentaufnahme, wir sammeln Punkte für den Klassenerhalt und sind bescheiden.“
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Re: Ex-Löwe Stoppelkamp: Sein Rekord-Tor im Video

Beitragvon Leo » Dienstag, 23. September 2014, 13:42:14

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Der SC Paderborn kommt am Dienstag als Tabellenführer in die Allianz Arena, um bei den Bayern anzutreten. Einer, der sich dort bestens auskennt, ist Moritz Stoppelkamp. Die tz traf den Ex-Löwen zum Interview.

Wird der 20. September jetzt ein Feiertag in Paderborn? Zumindest ein inoffizieller. „Die Tabelle kann man ausschneiden. Daraus kann der Fanshop eine schöne Tapete machen“, sagte Manager Michael Born, nachdem der Liga-Neuling am Samstag um 17.20 Uhr die Tabellenführung übernommen hatte. Acht Punkte hat der Aufsteiger aus Ostwestfalen schon geholt, zuletzt dreimal zu null gespielt. „Alles bei uns ist ein Produkt harter Arbeit und kein Zufall“, betonte Coach André Breitenreiter nach dem 2:0 gegen Hannover. Elias Kachunga stellte mit seinem dritten Saisontreffer (71.) die Weichen auf Sieg, Moritz Stoppelkamp setzte mit seinem 83-Meter-Treffer den spektakulären Schlusspunkt in der Nachspielzeit.

Glückwunsch, Herr Stoppelkamp! Wie oft haben Sie sich Ihr Tor schon in der Wiederholung angesehen?
Stoppelkamp: Bei Sky, in der Sportschau… Und da werden noch einige Male dazukommen. War ja kein gewöhnliches Tor.

Allerdings. Ihr Trainer André Breitenreiter meinte, so ein Tor schieße man nur einmal im Leben. Werden Sie’s trotzdem noch mal versuchen, gegen Bayern zum Beispiel?
Stoppelkamp: (lacht) Klar, wenn sich die Gelegenheit ergibt, haue ich wieder drauf. Aber man muss schon sagen, gegen Hannover hat einfach alles gepasst. Der Zieler (96-Torwart Ron-Robert Zieler, d. Red.) war nach vorne gekommen, ich hab den Ball optimal getroffen, der Platz war feucht. Perfekt!

Haben Sie eine solche Aktion schon mal im Training versucht?
Stoppelkamp: Nicht wirklich. So was kann man nicht trainieren, das war Instinkt.

Wie ordnen Sie die Tabellenführung nach vier Spieltagen ein?
Stoppelkamp: Als schöne Momentaufnahme. So ordnen wir das alle ein hier, wir sind ja nicht größenwahnsinnig. Die acht Punkte nimmt uns keiner mehr, die sind wichtig, damit wir unser Ziel erreichen – den Klassenerhalt.

Am Dienstagabend um 20 Uhr geht’s in der Allianz Arena gegen den FC Bayern. Für Sie persönlich eine Art Heimspiel?
Stoppelkamp: Ich kenne das Stadion natürlich gut, schließlich habe ich zwei Jahre mit Sechzig dort gespielt. Aber ein Heimspiel? Es ist ein besonderes Spiel. Für die ganze Mannschaft.

Ein „echtes Spitzenspiel“, wie Sie am Samstag im Fernsehen gesagt haben.
Stoppelkamp: Ja, mit einem Augenzwinkern. Auch jetzt gegen Hannover war es von der Tabelle her ein Spitzenspiel. Für uns geht es gegen Bayern einfach nur darum, das beizubehalten, was uns bisher so stark gemacht hat. Jeder muss über die Schmerzgrenze gehen. Wenn’s am Ende nicht reicht, wenn Bayern einen normalen Tag hat, dann ist das halt so. Aber das heißt nicht, dass wir im Vorfeld schon mit einer knappen Niederlage zufrieden wären, wirklich nicht. Wir kommen sicher nicht nur zum Trikottauschen nach München.

Wie intensiv verfolgen Sie Ihren Ex-Klub 1860 noch?
Stoppelkamp: Wenn es zeitlich geht, gucke ich jedes Spiel und drücke Sechzig die Daumen.

Bislang mit überschaubarem Erfolg…
Stoppelkamp: Dass es bei Sechzig nicht einfach ist, hab ich selbst erlebt.
Das Umfeld wird extrem leicht unruhig, die Mannschaft wurde im Sommer komplett umgebaut, das braucht Zeit, bis alles funktioniert.
Diese Zeit sollte man dem Trainer und der Mannschaft auch geben.

Warum wollten Sie den Weg bei 1860 nicht mehr mitgehen?
Stoppelkamp: Ich war in Vertragsgesprächen mit Florian Hinterberger. Als er weg war, lag das alles ein bisschen auf Eis.

Also war Gerhard Poschner der Grund?
Stoppelkamp: Nein, an Herrn Poschner lag’s nicht. Ich will da jetzt auch kein Fass aufmachen.
Als das Angebot aus Paderborn kam, wollte ich die Chance ergreifen, wieder in der Bundesliga zu spielen, ganz einfach. Und zum Glück hab ich’s gemacht.
Leo
 
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